Gründung und Kundschaft

Die Entscheidung zur Gründung fiel 2010 gemeinsam mit einer Genossenschaft in Andorra. Deren Mitglieder sind bis heute Partner der Werkstatt. Für den Werkstattleiter ist dieser Schritt der wichtigste Meilenstein der Betriebsgeschichte. Heute betreut SERGRU vor allem Unternehmen aus dem Personenverkehr sowie öffentliche Bauunternehmen. Kunden aus dem internationalen Transport kommen in kleinerem Umfang hinzu.

Busse und Baufahrzeuge

Diese Kundengruppen bringen unterschiedliche Einsatzbedingungen mit. Bei Bussen beeinflussen Fahrpläne und geplante Fahrten die Terminabstimmung mit der Werkstatt. Bei Baufahrzeugen gehören Baustelleneinsätze und wechselnde Belastungen zum betrieblichen Umfeld. Eine abgestimmte Auftragsplanung berücksichtigt deshalb den Fahrzeugeinsatz und den voraussichtlichen Reparaturumfang bereits bei der Annahme.

SERGRU bietet seinen Kunden außerdem einen eigenen Abschleppdienst. Der Schwerlast-Abschleppwagen kann auch Reisebusse aufnehmen.

Eigener Abschleppdienst: SERGRU bietet in Andorra einen 24-Stunden-Abschleppservice an. Laut Werkstattleiter ist er der einzige dieser Art im Land.

Gelber Schwerlast-Abschleppwagen von SERGRU schleppt einen weißen Reisebus über einen Parkplatz in Andorra, im Hintergrund Berge
Der Abschleppdienst von SERGRU im Einsatz mit einem Reisebus.

Team und Werkstattalltag

Elf Teammitglieder arbeiten bei SERGRU. Für den Werkstattleiter gehören Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Entwicklung zum Arbeitsalltag. Er möchte die Fähigkeiten jedes Einzelnen fördern und Verantwortlichkeiten klar verteilen. Dabei legt er Wert auf Ehrlichkeit innerhalb der Mannschaft und die Bereitschaft, einander zu helfen.

Lernen und Verantwortung

„Ich war immer stolz auf meine Arbeit. Ich habe wirklich Freude an dem, dem ich mein Leben gewidmet habe.“
— Werkstattleiter von SERGRU, Andorra

Professionalität und kontinuierliches Lernen begleiten ihn nach eigener Aussage durch sein Berufsleben. Über seine verschiedenen Aufgaben hinweg hat er daran gearbeitet, zusammenhaltende Teams aufzubauen. Eine gute Werkstatt braucht aus seiner Sicht gut ausgebildete Fachkräfte, die Probleme lösen und ihre Zuständigkeiten kennen.

Klare Aufgaben betreffen im Alltag etwa die Fehlersuche, die Teilebestellung und die abschließende Kontrolle. Für Ihre Werkstattorganisation lässt sich daraus ein konkreter Ansatz ableiten: Jeder Auftrag braucht einen verantwortlichen Ansprechpartner und nachvollziehbare Absprachen im Team.

Der Leiter arbeitet bevorzugt in der Halle, im Kontakt mit Fahrzeugen und Kollegen. Dabei möchte er die Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder im täglichen Auftrag einsetzen. Jungen Fachkräften empfiehlt er mehr Einsatz und Verbindlichkeit für ihre berufliche Entwicklung. Bei der Ausbildung im Nutzfahrzeugbereich lässt sich diese Haltung durch angeleitete Aufgaben und regelmäßige Rückmeldungen unterstützen.

Elf Mitarbeiter von SERGRU stehen vor dem Hallentor der Werkstatt, an der Natursteinwand hängt das Alltrucks-Schild, rechts ein gelber Bus
Das Team von SERGRU vor der Werkstatt in Andorra.

Mehrmarkenservice im Alltag

SERGRU versteht sich laut Werkstattleiter als Anlaufstelle für Mehrmarkenservice in Andorra. Kunden sollen eine praktische, notwendige Lösung für ihr Fahrzeug erhalten. Dazu gehören für ihn fachlich saubere Reparaturen, nachvollziehbare Beratung und eine direkte Ansprache. Das Vertrauen der Kunden entsteht dabei durch die Qualität der ausgeführten Arbeit.

Eine Mehrmarkenwerkstatt ist ein Betrieb, der Fahrzeuge verschiedener Hersteller wartet und repariert. Dafür benötigt das Team Kenntnisse unterschiedlicher Fahrzeugsysteme sowie passende Werkzeuge und technische Informationen. Bei Nutzfahrzeugen gehören dazu beispielsweise Motorsteuerung, Bremsanlage und Fahrzeugelektrik. Der konkrete Arbeitsumfang richtet sich nach Ausstattung, Qualifikation und den betreuten Fahrzeugen.

Diagnose und technische Informationen

Für den Werkstattleiter sind leistungsfähige Diagnosewerkzeuge und zugängliche technische Informationen wesentlich. Bei der Diagnose am Nutzfahrzeug liefert ein gespeicherter Fehlercode zunächst einen Hinweis auf die betroffene Funktion. Danach folgen Prüfungen anhand von Schaltplänen, Messwerten und den Angaben des Fahrzeugherstellers.

Zu unserem Angebot gehört die Alltrucks Mehrmarkendiagnose auf Basis des Bosch KTS Truck V3 mit vollständiger Knorr-Bremse-Integration. Eine strukturierte Reparatur und Diagnose verbindet deshalb Kundenbeschreibung, Fahrzeugdaten und Messergebnisse.

Laut Werkstattleiter bleibt bei bestimmten Arbeiten die Zusammenarbeit mit offiziellen Markenbetrieben erforderlich. Auch der Zugriff auf Herstellerinformationen gehört damit zum konkreten Reparaturumfeld einer Mehrmarkenwerkstatt.

Gleichzeitig beschreibt er eine höhere Arbeitsbelastung und den wachsenden Wunsch nach schnellen Reparaturen. Technischer Fortschritt verlangt deshalb Weiterbildung und neue Werkzeuge. Wer Durchlaufzeiten verbessern möchte, muss unter anderem Diagnoseaufwand, Teileverfügbarkeit und Rückfragen bei der Terminplanung berücksichtigen.

Hilfe über Landesgrenzen

Bei seiner Entscheidung für unser Netzwerk standen technische Unterstützung und Weiterbildung im Vordergrund. Der Werkstattleiter suchte dabei den fachlichen Zugang zu unseren Gründungsgesellschaftern Bosch und Knorr-Bremse. Dazu gehören unsere Alltrucks Trainings und die technische Hotline.

Unterstützung unter Kollegen

Bei Fällen in Portugal haben andere Werkstätten aus unserem Netzwerk SERGRU bereits geholfen. Gelegentlich gab es solche Unterstützung auch in Spanien. Der Werkstattleiter schätzt daran das gemeinsame Verständnis für den Zeitdruck seiner Kunden. Werkstattkollegen kennen die Anforderungen, die ein ausgefallenes Nutzfahrzeug für einen Transportbetrieb mit sich bringt.

Laut seiner Schilderung haben auch Gespräche während Schulungen und Treffen konkrete Lösungen ermöglicht. Die Teilnehmer tauschen dabei Informationen und Erfahrungen aus ihren eigenen Betrieben aus. Unser Alltrucks Technical Forum greift diesen Austausch unter dem Ansatz „Partner hilft Partner“ auf.

Zukunft und Kontinuität

Elektrischen Nutzfahrzeugen begegnet der Werkstattleiter persönlich mit Skepsis. Nach seiner Einschätzung sind sie in Andorra bislang wenig verbreitet. Auch bei Wasserstoff-Brennstoffzellen sieht er weiteren Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Effizienz im gewerblichen Einsatz.

Wissen im Betrieb halten

Ein möglicher Einstieg in den E-Lkw-Service bringt für Werkstätten zusätzliche Aufgaben bei Qualifikation, Werkzeugen und sicheren Arbeitsabläufen mit sich. Für SERGRU steht derzeit die langfristige Fortführung des Betriebs im Mittelpunkt. Der Werkstattleiter hofft, in zehn Jahren im Ruhestand zu sein. Bis dahin arbeitet die Werkstatt an ihrer personellen Zukunft.

„Ein starkes Team aufbauen, das den langfristigen Fortbestand der Werkstatt sichert.“
— Werkstattleiter von SERGRU, Andorra

Weiterbildung und klare Verantwortlichkeiten sind bereits Bestandteile seines Führungsverständnisses. Um Fachkräfte im Betrieb zu halten, spielen auch nachvollziehbare Entwicklungsmöglichkeiten eine Rolle. Für die Übergabe von Aufgaben braucht es deshalb Zeit zum Erklären, gemeinsamen Arbeiten und selbstständigen Ausführen.