Wer die Aktivitäten von Alltrucks Spanien 2025 auf der iberischen Halbinsel zusammenführt, erkennt ein Muster. Madrid setzt im April das technologische Signal. Der Mai bündelt anschließend das Partnernetzwerk und macht Tools wie das neue Partner-Portal und das Technik Forum erlebbar. Im Sommer geht es dann raus zu den Werkstätten. Zunächst auf den Dorfplatz nach Olot zur Lkw-Wallfahrt mit Nordest Trucks, danach mit der Formación Itinerante bis nach Portugal. Alle Events folgen dabei dem Selbstverständnis des Alltrucks-Netzwerks: Werkstätten verbinden, Technik teilen, Service über Landesgrenzen tragen.
„Die Alltrucks-Präsenz auf der Motortec hat es uns erlaubt, den Lkw-Werkstätten aus nächster Nähe zu zeigen, wie die Mehrmarken-Diagnose mit KTS V3 an Tempo gewinnt — und die Türen für das neue Partner-Portal und das Technische Forum zu öffnen." — Francisco Albarran, Alltrucks España
Motortec Madrid: Auftakt mit Bosch im Vehículo-Industrial-Segment
Im April war Alltrucks gemeinsam mit dem Gründungspartner Bosch auf der Motortec in der IFEMA Madrid vertreten. Bosch hatte für das Vehículo-Industrial-Segment einen exklusiv kuratierten Bereich aufgesetzt. Dort lud Alltrucks Spanien sowohl bestehende Partnerwerkstätten als auch potenzielle neue Werkstätten ein. Vier Messetage im April sind in einem iberischen Lkw-Werkstattjahr ein dichtes Zeitfenster. Dabei lassen sich Partner treffen, Technologie zeigen und neue Bausteine erklären.
Im Mittelpunkt standen drei Themen, die im weiteren Jahresverlauf wieder auftauchen: das neue Alltrucks Partner-Portal, das Technik Forum als technische Diskussionsplattform — und die neue Generation des Diagnosegeräts KTS V3. Auf dem Stand lief die V3 in Aktion. Zudem zeigte das Tablet anonymisierte Diagnose-Workflows. Diese ermöglichen im Werkstattalltag den Sprung von einem zum nächsten Hersteller in einem Auftrag. So gelingt Mehrmarken-Diagnose, ohne dass der Techniker das Tool wechseln muss.

Begleitend zur V3-Vorstellung lief der Plan Renove. Dabei handelt es sich um ein gemeinsam mit Bosch aufgesetztes Upgrade-Programm. Es erleichtert den Übergang von der älteren KTS-V2-Generation zur neuen V3. Für viele iberische Werkstätten ist das mehr als ein Geräte-Tausch. Vielmehr bietet sich die Gelegenheit, die eigene Diagnose-Strategie zu modernisieren. Wer die Hintergründe der OEM-Diagnose in freien Werkstätten vertiefen will, findet zudem im Beitrag zur Mehrmarken-Werkstatt als Ergänzung zum Vertragshändler-Netz die Werkstatt-Logik dahinter.
Partner-Event Mai: Portal-Launch und Technik Forum
Im Mai folgte das jährliche Partner-Event der iberischen Alltrucks-Werkstätten. Auf dem Programm standen Branchentrends, die Vorstellung neuer Bausteine und der Erfahrungsaustausch unter Werkstattinhabern. Was bereits in Madrid angeteasert worden war, stellte Alltrucks hier offiziell vor: das neue Alltrucks Partner-Portal und das Foro Técnico.

Das Portal bündelt für Partnerwerkstätten Schulungsdokumente, technische Updates, Service-Cases und Marketing-Material in einer einzigen Oberfläche. Was vorher über mehrere Kanäle lief, ist somit an einer Stelle adressierbar. Das Technik Forum wiederum ist eine kuratierte Diskussionsplattform. Werkstattmeister und Techniker stellen dort konkrete Diagnose- und Reparaturfälle ein, andere Partner kommentieren, das Alltrucks Technik Team moderiert. Für Mehrmarken-Werkstätten ist das daher ein systematischer Wissens-Pool, der schon im ersten Jahr Standzeiten reduzieren kann — ähnlich der OEM-Systemzugriff-Logik, jedoch als kollegialer Austausch zwischen Werkstätten.
„Das Wertvollste am Mai-Event war das Gespräch zwischen den Werkstätten. Ein Technisches Forum zur Hand zu haben, wenn man mit einem schwierigen Fehler allein dasteht, verändert den Tag." — Werkstattinhaber Alltrucks-Partnerbetrieb, Spanien— Partner-Event Mai 2025
Concentración de Camiones in Olot: San Cristóbal mit Nordest Trucks
Im Juli wechselte das Jahr in den Außenraum. In Olot, in der katalanischen Provinz Girona, findet jedes Jahr die Concentración de Camiones en honor a San Cristóbal statt — die Lkw-Wallfahrt zum Schutzpatron der Reisenden. Für die spanische Lkw-Branche ist San Cristóbal daher kein Folklore, sondern fester Termin. Alltrucks war zudem gemeinsam mit dem Partner Nordest Trucks vor Ort.

Am Stand zeigte Nordest Trucks gemeinsam mit Alltrucks das Mehrmarken-Service-Konzept der freien Werkstatt. Außerdem stellten beide das Alltrucks-Fleet-Programm für iberische Logistiker und Spediteure mit Mehrmarken-Flotten vor. Die Atmosphäre war volksnah, Musik lief, Lkw standen zur Schau, Werbeartikel gingen an die Besucher. Aus Marketing-Sicht ist Olot daher ein klassisches Lokal-Event. Aus Werkstatt-Sicht ist es dagegen ein Trust-Builder: Wer als unabhängige Werkstatt Sichtbarkeit braucht, baut Vertrauen besser in solchen Settings auf als auf großen Messen.
Formación Itinerante Portugal: Elektronik Level 2 bei Projectiva
Schulung ist im Alltrucks-Werkstattmodell ein zentrales Service-Versprechen. Damit Techniker dafür nicht reisen müssen, fährt die Formación Itinerante als rollende Schulungstour zu den Partnerwerkstätten. In diesem Fall ging es um Elektronik Level 2 bei der Partnerwerkstatt Projectiva in Torres Novas. Inhaltlich liegt das auf dem Niveau eines vertieften Diagnose-Kurses für Mehrmarken-Werkstätten. Didaktisch ist es zudem zugeschnitten auf das, was Techniker an einem Tag im laufenden Werkstattbetrieb mitnehmen können.

Aus Werkstattbetreiber-Sicht ist das ein logistischer Hebel. Statt drei Mitarbeiter für zwei Tage nach Madrid zu schicken — mit Hotel, Anfahrt und Ausfallzeiten in der eigenen Werkstatt — kommt der Trainer vor Ort. Dabei bringt er Lehrmaterial, Diagnose-Setup und die nötigen High-Voltage-Schutz-Equipment-Sätze mit. So sinkt der Verlust an Werkstatt-Stunden deutlich, der Wissensgewinn bleibt dagegen gleich. Wer das System auf den deutschen Werkstatt-Alltag übertragen will, findet zudem die strukturelle Logik im Leitfaden Organisation und Personal.
Wer in der eigenen Region noch keine Itinerante-Routine etabliert hat, kann das Modell pilotieren — gemeinsam mit zwei oder drei benachbarten Partnerwerkstätten. Ein Trainer reist dabei zu drei Standorten in einer Woche. Jeder Standort schickt zudem eigene Techniker plus Gäste der Nachbarbetriebe. So entsteht aus einer Schulung ein lokaler Wissens-Knotenpunkt, und zwar bei deutlich gesunkenem Reiseaufwand je Werkstatt.
Alltrucks Fleet Spanien: Multimarken-Service als Marktargument
Parallel zur technischen Schiene läuft in Spanien das Alltrucks-Fleet-Programm, das auf Logistiker und Spediteure mit Mehrmarken-Flotten zielt. Ein Werkstattnetzwerk, ein Service-Versprechen, ein Ansprechpartner — über mehrere Lkw-Hersteller hinweg. Im iberischen Markt zeigt sich daher: das Argument zieht. Logistiker mussten früher pro Marke ihre eigenen Service-Verträge stricken. In einem konsolidierten Mehrmarken-Setup finden sie dagegen eine spürbare Vereinfachung und in vielen Fällen eine bessere Standzeit-Bilanz.
Dass das Modell auch grenzüberschreitend trägt, zeigte das Jahr exemplarisch. Iberische Logistiker fahren nach Mittel- und Nordeuropa, mitteleuropäische Flotten queren zudem die iberische Halbinsel. In beiden Richtungen brauchen Disponenten daher Werkstätten, die den Lkw nach denselben Standards übernehmen.
Ausblick 2026
Die Bilanz von Alltrucks Spanien 2025 ist deutlich, und für 2026 sind bereits weitere Stationen geplant. Die Eckpunkte: ein vertiefter Roll-out des Plan Renove in den verbliebenen iberischen Werkstätten, eine Erweiterung des Technik Forums um spezialisierte Threads für Hochvolt- und ADAS-Themen sowie zusätzliche Stationen der Formación Itinerante in Portugal und Nordwestspanien.
- Technisches Forum mitnutzen. Wer im DACH-Alltrucks-Verbund arbeitet, sollte die Plattform aktiv bespielen — und nicht nur konsumieren. Jede gelöste Frage ist zudem Werkzeug für die nächste Werkstatt.
- Umstellung auf KTS Truck V3 prüfen. Wer noch auf KTS-V2-Generation arbeitet, kann mit Alltrucks die Migration auf V3 zu Bosch-Konditionen strukturieren.
- Itinerante-Modell pilotieren. Eine Schulungstour zu mehreren benachbarten Partnerbetrieben senkt den Reiseaufwand und schafft zudem regionale Wissens-Knotenpunkte.
- Fleet-Argument schärfen. Mehrmarken-Service ist ein starkes Verkaufsargument gegenüber Logistikern mit gemischten Flotten.